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Instagram Hasskommentar melden: Kommentare, DMs, Fakes

Stand: · Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Illustration: Eine junge Person sitzt am Abend auf einer Mauer im Skatepark und stellt auf dem Handy ruhig Filter und Schalter ein, daneben eine befreundete Person mit Mütze.
KI-generiertes Bild

Instagram-Hasskommentar melden: So sicherst du Beweise, meldest Kommentare, DMs, Storys und Fake-Profile und schützt dich mit Einschränken und Filtern.

Unter deinem Foto stehen beleidigende Kommentare, in deinen DMs landen Drohungen, oder jemand hat mit deinen Bildern ein Fake-Profil angelegt. Wenn du einen Instagram-Hasskommentar melden willst, hast du mehr Möglichkeiten als den Melde-Button. Dieser Ratgeber zeigt, wie du Beweise sicherst, Kommentare, Nachrichten, Storys und Fake-Accounts meldest, dich mit Einschränken und verborgenen Wörtern schützt und wann Hass auf Instagram strafbar ist.

Was musst du sichern, bevor du einen Hasskommentar auf Instagram meldest?

Erst sichern, dann melden. Entfernt Instagram den Inhalt oder löscht die Person ihren Account, ist der Beweis sonst weg.

  • Kommentare: Screenshot mit Benutzername, Text und Zeitangabe. Mach einen zweiten Screenshot vom Beitrag, unter dem der Kommentar steht. So bleibt der Zusammenhang klar.
  • Links: Kopier den Link zum Beitrag und zum Profil über das Teilen- oder Drei-Punkte-Menü. Benutzernamen lassen sich ändern. Notiere deshalb auch, wann du gesichert hast.
  • Storys: Sie verschwinden nach 24 Stunden. Sichere sie sofort und schreib dir die Uhrzeit auf.
  • DMs: Screenshots vom ganzen Verlauf, auf denen oben der Benutzername zu sehen ist.
  • Protokoll: eine einfache Liste mit Datum, Uhrzeit, Konto und dem, was passiert ist.

Wichtig bei Nacktbildern: Schickt dir jemand Nacktbilder oder sexuelle Inhalte, mach davon keine Screenshots und leite nichts weiter. Beschreib in einer Notiz, was du bekommen hast, von welchem Konto und wann. Zeigen die Bilder Minderjährige, kannst du dich mit Speichern oder Weiterleiten selbst strafbar machen (§§ 184b, 184c StGB). Melde das Konto und wende dich an die Polizei.

Alles Weitere zu Screenshots, Links und Zeitstempeln steht in Beweise sichern bei Hass im Netz.

Wie meldest du Kommentare, DMs und Storys auf Instagram?

Die Meldefunktion steckt fast immer hinter den drei Punkten oder hinter einem langen Druck auf den Inhalt. Die Bezeichnungen ändern sich mit Updates, das Prinzip bleibt.

  • Kommentar: Drück lange auf den Kommentar oder wisch ihn zur Seite. Wähle „Melden“ und dann den passenden Grund, etwa Mobbing, Belästigung oder Hassrede.
  • Beitrag oder Reel: die drei Punkte am Beitrag → „Melden“.
  • Story: Story öffnen, die drei Punkte antippen → „Melden“.
  • Direktnachricht: Drück lange auf die Nachricht → „Melden“. Nachrichtenanfragen von Fremden kannst du melden oder löschen, ohne sie anzunehmen.
  • Ganzes Konto: Profil öffnen, die drei Punkte → „Melden“. Das passt, wenn dich jemand mit vielen Kommentaren oder über mehrere Wege angreift.

Laut Instagram erfährt das gemeldete Konto nicht, wer es gemeldet hat. Ausnahme sind Meldungen wegen geistigen Eigentums.

Wie meldest du ein Fake-Profil auf Instagram?

Gibt sich jemand als du aus, melde das Profil über die drei Punkte. Wähle als Grund, dass sich das Konto als jemand anderes ausgibt, und gib an, dass es um dich geht. Instagram bearbeitet solche Meldungen nur von der betroffenen Person oder ihrer Vertretung. Eltern können für ihr Kind melden. Hast du selbst kein Instagram-Konto, gibt es im Hilfebereich ein eigenes Formular.

Sichere vorher Screenshots vom Fake-Profil, den Link und, wenn du sie bekommst, Nachrichten, die von dort an andere gingen. Deine Rechte am eigenen Namen und Bild erklärt Fake-Profil melden: Deine Rechte bei Identitätsdiebstahl.

Wie schützt du dich auf Instagram vor Hasskommentaren?

Instagram hat mehrere Werkzeuge. Nutze sie erst, wenn du gesichert hast, was du brauchst. Danach sind Kommentare und Nachrichten oft nicht mehr sichtbar.

  • Einschränken: Neue Kommentare der Person sieht nur sie selbst, bis du sie freigibst. Ihre Nachrichten landen bei den Anfragen. Sie sieht nicht, ob du sie gelesen hast oder online bist. Instagram benachrichtigt sie nicht. Das hilft, wenn Blockieren den Streit verschärfen würde, etwa in der Klasse.
  • Blockieren: Die Person kann dir nicht mehr schreiben und dein Profil nicht mehr finden. Beim Blockieren bietet Instagram an, auch weitere Konten der Person zu sperren, auch solche, die sie neu anlegt.
  • Verborgene Wörter: Der Filter blendet beleidigende Kommentare und Nachrichtenanfragen aus. Du kannst eine eigene Liste mit Wörtern, Sätzen und Emojis anlegen.
  • Begrenzungen: Für eine Zeit, die du wählst, blendet Instagram Kommentare und Nachrichtenanfragen von Konten aus, die dir nicht oder erst seit kurzem folgen. Das hilft bei einer plötzlichen Welle von Hass.
  • Kommentare steuern: Leg fest, wer kommentieren darf, oder schalte Kommentare für einzelne Beiträge aus. Ein privates Konto hält Fremde draußen.

Die Funktionen findest du in den Einstellungen meist im Bereich dazu, wie andere mit dir interagieren können. Die Namen können sich ändern.

Wann ist Hass auf Instagram strafbar?

Für Instagram gilt dasselbe Strafrecht wie überall. Infrage kommen vor allem:

  • Beleidigung (§ 185 StGB): herabwürdigende Kommentare oder Nachrichten.
  • Üble Nachrede und Verleumdung (§§ 186, 187 StGB): ehrverletzende Behauptungen über dich, die nicht erweislich wahr oder bewusst falsch sind.
  • Bedrohung (§ 241 StGB): etwa Gewaltdrohungen in DMs.
  • Volksverhetzung (§ 130 StGB): Hetze gegen Gruppen, zum Beispiel wegen Herkunft oder Religion.
  • Nachstellung (§ 238 StGB): wenn dich jemand immer wieder verfolgt, etwa mit neuen Accounts. Nachstellung wird von Amts wegen verfolgt, ein Strafantrag ist nicht nötig.
  • Gefährdendes Verbreiten personenbezogener Daten (§ 126a StGB): wenn jemand zum Beispiel deine Adresse postet, um dich in Gefahr zu bringen.
  • Bilder ohne Einwilligung (§§ 22, 33 KUG, § 201a StGB): wenn Fotos von dir ohne Erlaubnis verbreitet werden oder Aufnahmen, die deinem Ansehen erheblich schaden können.
  • Unaufgefordert geschickte Pornografie (§ 184 StGB).

Ob ein konkreter Kommentar strafbar ist, beurteilt die Polizei oder eine Kanzlei. Beleidigungen werden in der Regel nur verfolgt, wenn du einen Strafantrag stellst (§ 194 StGB). Dafür hast du drei Monate ab dem Tag, an dem du von Tat und Täter erfährst (§ 77b StGB).

Akute Gefahr? Droht dir jemand konkret Gewalt an oder kennt deine Adresse: Ruf die Polizei unter 110.

Was muss Instagram nach deiner Meldung tun?

Für Instagram gilt in der EU der Digital Services Act (DSA). Nach Art. 16 DSA muss die Plattform Meldungen über rechtswidrige Inhalte annehmen, sorgfältig bearbeiten und dir ihre Entscheidung mitteilen. Bei möglichen Straftaten such im Meldemenü oder im Hilfebereich nach einem eigenen Weg für rechtswidrige Inhalte. Schreib in ein bis zwei Sätzen, warum der Inhalt gegen Gesetze verstößt.

Lehnt Instagram ab, kannst du nach Art. 20 DSA kostenlos Beschwerde einlegen. Dafür hast du mindestens sechs Monate Zeit. Danach bleiben die außergerichtliche Streitbeilegung und die Beschwerde bei der Bundesnetzagentur. Wie das geht, steht in Plattform reagiert nicht auf Meldung? Beschwerde nach DSA. Einen Überblick über alle Pflichten gibt Digital Services Act: Was Plattformen bei Hass im Netz tun müssen.

Für private Nachrichten gelten die DSA-Regeln für Online-Plattformen meist nicht, weil sie nicht öffentlich verbreitet werden. Melden kannst du DMs trotzdem.

Wie geht es nach der Meldung weiter?

Eine Löschung entfernt den Kommentar, verfolgt aber nicht die Person dahinter. Dafür erstattest du Anzeige, bei jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewache deines Bundeslandes. Nimm Screenshots, Links und dein Protokoll mit.

Du musst das nicht allein durchstehen. Die Nummer gegen Kummer erreichst du unter 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr). Bei juuuport beraten Gleichaltrige online. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 erreichbar. Frauen und Mädchen, die sexuell belästigt oder bedroht werden, erreichen das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen rund um die Uhr unter 116 016. Bei digitaler Gewalt berät auch HateAid.

Häufige Fragen

Erfährt die Person, dass ich sie gemeldet habe?

Laut Instagram nein. Das gemeldete Konto erfährt nicht, wer gemeldet hat. Ausnahme sind Meldungen wegen geistigen Eigentums, etwa Urheberrecht.

Merkt jemand, dass ich ihn eingeschränkt habe?

Instagram schickt keine Benachrichtigung. Die Person sieht ihre eigenen Kommentare weiter, andere sehen sie erst, wenn du sie freigibst.

Reicht es, den Kommentar bei Instagram zu melden?

Für die Löschung ja. Willst du, dass die Person bestraft wird, brauchst du eine Anzeige und bei Beleidigungen einen Strafantrag innerhalb von drei Monaten.

Was, wenn der Account inzwischen gelöscht ist?

Deine Screenshots und Links bleiben Beweise. Die Polizei kann bei Instagram Daten anfragen. Deshalb lohnt es sich, schon beim ersten Kommentar zu sichern.

Du kannst deinen Fall auch über unser Formular melden. Mit deinem Ja geht deine Meldung automatisch an eine passende Kooperationskanzlei, sobald eine frei ist. Die rechtliche Einschätzung kommt von der Kanzlei, nicht von uns. Gibt es gerade keine passende Kanzlei, bekommst du sofort eine E-Mail mit anderen Anlaufstellen. Fristen laufen weiter: Einen Strafantrag kannst du jederzeit selbst bei der Polizei stellen.