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Cybermobbing gestoppt: Wie eine Betroffene ihr Recht durchsetzte

Hate Right Redaktion15. Januar 20267 Min. Lesezeit

Monatelang wurde Lena K. in verschiedenen Gruppen und Accounts systematisch gemobbt. Mit Hilfe eines Anwalts und gezielter Beweissicherung konnte sie den Täterkreis identifizieren und Unterlassungserklärungen erwirken.

Lena K. (Name geändert) war 26 Jahre alt, als das Mobbing begann. Zunächst nur einzelne Kommentare auf Instagram – dann koordinierte Angriffe über mehrere Plattformen hinweg, gefälschte Profile mit ihrem Namen und manipulierte Fotos in Telegram-Gruppen.

Wie alles begann

„Ich dachte zuerst, ich solle das einfach ignorieren", erzählt Lena. „Aber die Angriffe wurden systematischer. Die Täter kannten meine Adresse." Das Cybermobbing hatte sich zu Doxxing entwickelt – einer gefährlichen Praxis, bei der private Daten öffentlich gemacht werden, um Betroffene einzuschüchtern.

Der Weg zur rechtlichen Gegenwehr

Über Hate Right wurde Lena mit einer auf Cyberkriminalität spezialisierten Anwältin verbunden. Der erste Schritt: systematische Beweissicherung aller Vorfälle. Dazu gehörten:

  • Screenshots mit Zeitstempeln aus über 40 Beiträgen
  • URL-Dokumentation vor der Löschung
  • Zeugenerklärungen von Personen, die Inhalte gesehen hatten
  • IP-Auskunftsklagen gegen drei Plattformen

Das Ergebnis

Nach vier Monaten juristischer Arbeit konnten fünf Haupttäter identifiziert werden. Alle unterzeichneten Unterlassungserklärungen. Zwei weitere Fälle liegen derzeit noch bei der Staatsanwaltschaft. „Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist", sagt Lena. „Aber es geht. Man ist nicht allein."

Was andere daraus mitnehmen können

Koordiniertes Cybermobbing durch mehrere Täter ist eines der schwierigsten Szenarien – aber nicht unlösbar. Entscheidend ist frühzeitiges Handeln, systematische Dokumentation und spezialisierte Unterstützung.