TikTok Hass melden: Kommentare, Duette, LIVE und DMs
Stand: · Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

TikTok Hass melden: So sicherst du Beweise, meldest Kommentare, Duette, Stitches, LIVEs und DMs und schützt dich mit Filtern und Einstellungen.
Unter deinem Clip sammeln sich Beleidigungen, jemand verspottet dich per Duett, im LIVE hetzt der Chat gegen dich. Wenn du Hass auf TikTok melden willst, reicht ein Tipp auf „Melden“ oft nicht. Dieser Ratgeber zeigt, wie du Beweise sicherst, bevor alles verschwindet, wie du Kommentare, Videos, Duette, Stitches, LIVEs und Nachrichten meldest, welche Einstellungen dich schützen und wann Hass auf TikTok strafbar ist.
Was musst du sichern, bevor du Hass auf TikTok meldest?
Auf TikTok geht alles schnell: Kommentare werden gelöscht, Videos auf privat gestellt, Namen geändert. Sichere deshalb zuerst:
- Kommentare: Screenshot mit @-Benutzernamen, Text und Zeitangabe. Dazu ein Screenshot vom Video, unter dem der Kommentar steht.
- Videos, Duette und Stitches: Kopier den Link über das Teilen-Symbol. Mach Screenshots, auf denen der Account und die Beschreibung zu sehen sind. Notiere, was im Video gesagt oder gezeigt wird.
- Profil: den @-Benutzernamen und den Profillink. Benutzernamen lassen sich ändern, notiere deshalb, wann du gesichert hast.
- LIVE: Ein LIVE ist vorbei, sobald er endet. Mach während des Streams Screenshots vom Chat und notiere den Namen des Hosts, Datum und Uhrzeit.
- DMs: Screenshots vom Verlauf mit dem Benutzernamen oben im Chat.
Wichtig bei Nacktbildern: Bekommst du Nacktbilder oder sexuelle Inhalte, mach davon keine Screenshots und leite nichts weiter. Beschreib in einer Notiz, was du bekommen hast, von wem und wann. Zeigen sie Minderjährige, kannst du dich mit Speichern oder Weiterleiten selbst strafbar machen (§§ 184b, 184c StGB). Melde den Account und wende dich an die Polizei oder eine Vertrauensperson.
Mehr zu Screenshots, Links und Protokollen steht in Beweise sichern bei Hass im Netz.
Wie meldest du Hass auf TikTok?
Gemeldet wird fast immer über einen langen Druck oder über das Teilen-Symbol. Die genauen Bezeichnungen ändern sich mit Updates.
Kommentare
Drück lange auf den Kommentar und wähle „Melden“. Such dann den Grund aus, der am besten passt, etwa Belästigung, Mobbing oder Hassrede.
Videos, Duette und Stitches
Tipp auf das Teilen-Symbol oder drück lange auf das Video. Dort findest du „Melden“. Ein Duett oder Stitch meldest du wie jedes andere Video. Gib im Grund an, was das Problem ist, zum Beispiel dass du darin verspottet oder beleidigt wirst.
LIVE
Einen ganzen LIVE meldest du über das Teilen-Symbol oder das Menü im Stream. Einzelne Kommentare im LIVE-Chat kannst du meist durch langes Drücken melden.
Direktnachrichten
Drück lange auf die Nachricht und wähle „Melden“. Laut TikTok gibt es Direktnachrichten erst ab 16 Jahren.
Ganzer Account
Öffne das Profil und such im Menü oder über das Teilen-Symbol nach „Melden“. Das passt, wenn jemand viele Videos oder Kommentare gegen dich postet.
Was tun gegen Duette und Stitches, die dich verspotten?
Mit Duett und Stitch können andere dein Video in ihr eigenes einbauen. Das wird oft genutzt, um sich über jemanden lustig zu machen.
- Für die Zukunft: In den Datenschutzeinstellungen legst du fest, wer Duette und Stitches mit deinen Videos machen darf. Zusätzlich kannst du das für jedes einzelne Video in dessen Einstellungen ausschalten.
- Was schon online ist: Bereits veröffentlichte Duette und Stitches bleiben, auch wenn du die Einstellung änderst. Sichere und melde sie einzeln.
- Rechtlich: Beleidigt dich jemand im Duett, gilt dasselbe wie bei einem Kommentar. Ob die Nutzung deines Videos selbst erlaubt war, hängt vom Einzelfall ab. Das kann eine Kanzlei einschätzen.
Hat dich jemand ohne dein Wissen gefilmt, etwa in der Schule, und das Video hochgeladen, ist das etwas anderes. Bilder von dir dürfen grundsätzlich nur mit deiner Einwilligung verbreitet werden (§ 22 KUG). Melde das Video und such im Meldemenü einen Grund wie Belästigung oder Privatsphäre.
Wie schützt du dich auf TikTok vor Hass?
Nutze diese Werkzeuge, nachdem du gesichert hast, was du brauchst:
- Kommentarfilter: Leg eine Liste mit Wörtern an, die gefiltert werden. Du kannst auch alle Kommentare zurückhalten, bis du sie freigibst.
- Wer kommentieren darf: alle, nur bestimmte Follower oder niemand. Das geht für dein Konto und für einzelne Videos.
- Mehrere Kommentare auf einmal: Über das Menü an einem Kommentar kannst du mehrere auswählen und löschen oder die Accounts dahinter blockieren. Das hilft bei einer Welle.
- Blockieren: über das Profil der Person. Sie kann dann deine Videos nicht mehr sehen und dir nicht schreiben.
- Privates Konto: Dann sehen nur Follower, die du bestätigst, deine Videos.
- Eigene LIVEs: Du kannst Moderierende bestimmen, Wörter für den Chat filtern, einzelne Zuschauende stummschalten oder Kommentare ganz ausschalten.
- Nachrichten: In den Einstellungen legst du fest, wer dir schreiben darf.
Wann ist Hass auf TikTok strafbar?
Auch auf TikTok gilt das normale Strafrecht. Infrage kommen vor allem:
- Beleidigung (§ 185 StGB), auch gesprochen im Video oder LIVE.
- Üble Nachrede und Verleumdung (§§ 186, 187 StGB): falsche oder nicht beweisbare Behauptungen über dich.
- Bedrohung (§ 241 StGB).
- Volksverhetzung (§ 130 StGB): Hetze gegen Gruppen, etwa wegen Herkunft oder Religion.
- Nachstellung (§ 238 StGB): wenn dich jemand immer wieder verfolgt. Das wird von Amts wegen verfolgt.
- Bilder ohne Einwilligung (§§ 22, 33 KUG, § 201a StGB).
- Gefährdendes Verbreiten deiner Daten (§ 126a StGB), etwa wenn jemand deine Adresse postet, um dich in Gefahr zu bringen.
Ob ein konkretes Video oder ein Kommentar strafbar ist, beurteilt die Polizei oder eine Kanzlei. Beleidigungen werden in der Regel nur auf Strafantrag verfolgt (§ 194 StGB). Die Frist beträgt drei Monate ab dem Tag, an dem du von Tat und Täter erfährst (§ 77b StGB). Bist du minderjährig, stellen in der Regel deine Eltern als Sorgeberechtigte den Antrag (§ 77 Abs. 3 StGB).
Akute Gefahr? Droht dir jemand konkret Gewalt an: Ruf die Polizei unter 110.
Was muss TikTok nach deiner Meldung tun?
Für TikTok gilt in der EU der Digital Services Act (DSA). Nach Art. 16 DSA muss TikTok Meldungen über rechtswidrige Inhalte annehmen, sorgfältig prüfen und dir die Entscheidung mitteilen. Bei möglichen Straftaten such nach einem Meldeweg für rechtswidrige Inhalte und begründe kurz, gegen welches Gesetz der Inhalt verstößt.
Lehnt TikTok ab, kannst du nach Art. 20 DSA kostenlos Beschwerde einlegen, mindestens sechs Monate lang. Was danach möglich ist, erklärt Plattform reagiert nicht auf Meldung? Beschwerde nach DSA. Alle Pflichten der Plattformen stehen in Digital Services Act: Was Plattformen bei Hass im Netz tun müssen.
Was kannst du außerdem tun?
- Anzeige erstatten: bei jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewache deines Bundeslandes. Gib Links, Benutzernamen und Zeitpunkte an.
- Mit jemandem reden: mit Eltern, Freundinnen und Freunden oder der Schulsozialarbeit. Kommt der Hass aus der Schule, lies Cybermobbing in der Schule: Was du tun kannst.
- Beratung: Die Nummer gegen Kummer erreichst du unter 116 111 (Mo–Sa 14–20 Uhr). Bei juuuport helfen Gleichaltrige online. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 erreichbar.
Häufige Fragen
Kann ich verhindern, dass jemand mein Video für ein Duett nutzt?
Ja. In den Datenschutzeinstellungen und bei jedem einzelnen Video legst du fest, wer Duette und Stitches machen darf. Schon veröffentlichte Duette bleiben aber online, die musst du melden.
Ist ein Hasskommentar unter einem TikTok strafbar?
Er kann es sein, etwa als Beleidigung oder Bedrohung. Ob ein konkreter Kommentar strafbar ist, beurteilt die Polizei oder eine Kanzlei.
Was bringt es, ein ganzes Konto zu melden?
Wenn jemand dich mit vielen Videos oder Kommentaren angreift, zeigt die Kontomeldung das Muster. Melde trotzdem auch die einzelnen Inhalte.
Der LIVE ist vorbei. Kann ich noch etwas tun?
Ja. Melde den Account und schreib sofort auf, was gesagt wurde, von wem und wann. Hast du Screenshots vom Chat, sind sie dein wichtigster Beweis.
Du kannst deinen Fall auch über unser Formular melden. Mit deinem Ja geht deine Meldung automatisch an eine passende Kooperationskanzlei, sobald eine frei ist. Die rechtliche Einschätzung kommt von der Kanzlei, nicht von uns. Gibt es gerade keine passende Kanzlei, bekommst du sofort eine E-Mail mit anderen Anlaufstellen. Fristen laufen weiter: Einen Strafantrag kannst du jederzeit selbst bei der Polizei stellen.